Mapping German Film Migration 1930-1950.

Eine datengraphbasierte Perspektive auf die

Filmemigration aus NS-Deutschland

 

Das an der Schnittstelle von Filmwissenschaft, Exilforschung und Digital Humanities angesiedelte Projekt zielt darauf mit Mitteln der computerbasierten Filmhistoriographie die Filmexil-Forschung weiterzuentwickeln. Das Projekt nimmt die von Günter Peter Straschek über 40 Jahre gesammelten über 3500 Personenakten zum Ausgangspunkt, um mithilfe von digitalen Methoden neue Zugänge zur transnationalen Filmexil-Forschung zu erarbeiten. Das Vorhaben fokusiert dabei auf zwei ausgewählte Berufsfelder, die von der filmhistorischen Forschung bislang wenig Aufmerksamkeit erfahren haben. In zwei Fallstudien werden die Arbeitsbiographien und Arbeitsorte der emigrierten Kameraleute und Drehbuchautorinnen untersucht. Das Projekt zielt dabei auf eine produktive Verbindung von Makro- und Mikroperspektive: Die massenhafte Vertreibung betraf zahlreiche Filmschaffende, die einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der Weltgeltung des Films in Deutschland hatten und die durch ihren erzwungenen Weggang eine große und nachhaltige Lücke in der deutschen Filmwirtschaft hinterließen. Die Emigrant:innen versuchten trotz dieses forcierten biographischen Bruchs ihren Beruf in den zahlreichen Exilländern auszuüben und ihre Karriere dort fortzusetzen. Das gelang einigen, häufig war es mit einem beruflichen Neuanfang verbunden oder bedeutete das Ende der beruflichen Existenz.